Kleiner Einblick in die Bienenwelt

Hier finden Sie einen kleinen Einblick in das Innenleben eines Bienenstocks und den ökologischen Nutzen der Biene, wie auch die Probleme, welche die Biene plagen. 

 

Die Imkerei ist ein sehr komplexes Thema und eine komplette Ausführung brächte 2 Probleme mit sich:

 

1. Der Rahmen dieser Webseite würde eindeutig gesprengt, es gibt nicht umsonst hunderte von Bienen- und Imkereisachbüchern 

2. Ein Sprichwort besagt: Frage 5 Imker und du wirst 7 Antworten erhalten.

 

Oder anders gesagt: Neben dem wissenschaftlichen und erforschten Teilen der Bienenhaltung gibt es viele Halbwahrheiten, welche vielleicht auf eine Region zutreffen, bei Anwendung in einem anderen Gebiet aber verheerende Schäden anrichten können.  Jeder Imker praktiziert seine Leidenschaft daher etwas anders. Solange dies mit dem nötigen Respekt gegenüber der Biene und der Umwelt geschieht, empfinden wir das als ein positives Merkmal dieser Tätigkeit.

 

Wir beschränken uns daher nur auf "Basiswissen". Für Studien oder Besuche beim Imker senden Sie uns doch gerne eine Email.

Wenn die Biene stirbt, was dann?

Vorkommen

Die Biene ist, mit Ausnahme von Nord- und Südpol, auf der ganzen Welt anzutreffen. Sie hat sich in den letzten Jahrtausenden in ihrer Rolle als Bestäuberin stark verfestigt und andere Lebewesen – wie auch uns Menschen – von sich abhängig gemacht. In einigen Teilen Chinas ist die Biene jedoch wieder vollständig verschwunden. Weil Sperlinge Körner aus den Äcker pickten und Müll frassen hat man sie gejagt und getötet. Die Folge war, dass sich die Insekten ohne natürlichen Feind vermehrten, eine Insektenplage folgte, worauf Pestizide gespritzt wurden, welche neben den unerwünschten Insekten auch die Bienen töteten. Ohne deren Bestäubung folgten grosse Verluste bei der Ernte – ein Teufelskreis.

 

Bestäubungsakt

Das Prinzip beim Bestäubungsakt ist immer das gleiche, egal ob von einer Biene, einem Schmetterling, einem Käfer oder von einer Fliege ausgeführt. Schlussendlich geht es immer darum, dass ein Pollenaustausch zwischen den Pflanzen stattfindet. Die jeweiligen Tiere tragen dabei den Blütenstaub von einer Pflanze zur anderen. Die Biene ist dabei der wichtigste Bestäuber und hat im Laufe der Jahrhunderte vieles verändert. So können einige Pflanzen nur von besonderen Bienen mit langen Rüsseln besucht werden. Einige Pflanzen wiederum sind zu 100% auf die Bestäubung der Bienen angewiesen. Beispielsweise hätten die Mandelbauern in Amerika enorme Probleme. Die dort heimischen Bienen können sich nicht von der kurzen Trachtzeit ernähren und würden wegen der Monokultur sterben. Wanderimker fahren monatelang durch die ganzen USA, um mit ihren Bienen die riesigen Mandelplantagen zu bestäuben. Das bringt den Bienen jedoch enormen Stress, was sie anfälliger für Krankheiten macht. Diese Krankheiten und Erreger werden durch das Herumreisen ihrerseits weiter verschleppt.

 

Wie kann die Biene eigentlich wissen, wann und wo gute Trachtquellen vorhanden sind? Der einfache Grund ist eine perfektionierte Kommunikation untereinander und eine geniale Zusammenarbeit miteinander. Wenn eine Biene eine Trachtquelle entdeckt hat, fliegt sie nach Hause in ihren Stock und teilt ihren Schwestern den Ort mit, indem sie den bekannten Schwänzeltanz vollführt - dabei geht sie eine Acht und schüttelt dazu ihren Hinterleib. Die anderen Bienen tanzen ihr nach und erfahren dadurch die Distanz und den Winkel zur Sonne, wo sich die Trachtquelle befindet. In 6 Sekunden eine Runde bedeutet, eine Pflanze ist 500 m entfernt. Dieses System wird proportional weitergeführt. Bei 100 m oder weniger Distanz läuft die Biene einen Rundtanz, beim dem nur die Richtung, nicht aber die Distanz angegeben wird. Das Verblüffendste daran ist, dass sich diese Geschichte in einem dunklen Stock, mit rund 60‘000 übereinander rennenden Bienen abspielt – und diese dann zielgenau die Trachtquelle der Botschafterin finden.

 

Honigvermarktung

Bis heute ist es der Wissenschaft nicht gelungen, honigähnlichen Substanzen künstlich herzustellen. Das heisst, mit den Bienen würden wir auch den Genuss von Honig vollständig verlieren. Honig ist seit dem Mittelalter ein wichtiges Nahrungs- und Heilmittel. Vor Entdeckung der Zuckerrübe war es das einzige Süssungsmittel und hatte im Mittelalter einen ähnlich hohen Wert wie Salz. Bis heute gilt Honig als wertvolles Nahrungs- und Genussmittel mit hohem Zuckergehalt, Mineralstoffen und Enzymen, das auch für die Heilkunde genutzt wird.

 

Wir fühlen uns verantwortlich, die Bienen zu schützen und den Erhalt durch Weiterzucht

gesunder Völker zu fördern!

 

 

Das Bienensterben und die Varroamilbe

Die Bienen sterben nicht wegen einem Problem, welches gestern entstanden ist und das man morgen wieder lösen kann. Sie sterben, weil heute die Konsequenzen aus verschiedenen Problemen und Fehlern von früher folgen.  Dass die Biene schwindet, ist schon lange ein Fakt. Sie stirbt leise, doch leider stetig. Jährlich sterben 1/3 der Bienenvölker, einfach so und ohne offensichtlichen Grund. 

 

Ein offensichtlicher Grund ist die Varroamilbe. Diese parasitische Milbe saugt sich auf der Biene fest und lebt von deren Blut. Die 1.5 mm grosse Milbe befällt erwachsene Bienen, sowie die Brut. Durch das Aussaugen des Blutes schwächt sie die Biene, diese wird anfälliger für Krankheiten. Durch den internationalen Bienenhandel kam die Varroamilbe 1977 in die Schweiz. Ursprünglich stammte die Milbe aus Indien und war für die dort heimischen indischen Honigbienen ein schadloser Parasit. Denn diese Beinen erkennen die Gefahr und zerbeissen den Übeltäter. Unsere westliche Honigbiene ist dazu leider nicht in der Lage. Heutzutage stellt sich nicht mehr die Frage, ob man den Parasit im Volk hat, sondern wie viele Milben es ungefähr sind. Man kann die Varroamilbe mit Ameisen- und Oxalsäure behandeln. Dies geschieht zwischen September und November. Der Nachteil bei diesen Methoden ist, dass bei jedem Eingriff die Völker zusätzlich geschwächt werden. Daher gibt es auch bessere Varianten um gegen die Varroamilbe vorzugehen, wie zum Beispiel die Drohnenbrut auszuschneiden, in dem ein kleiner Teil der Drohnen entfernt wird. Weil die Drohne in ihrer Entwicklung am längsten hat, wird diese Brut von der Varroamilbe bevorzugt. Da es aber oft genug Drohen hat, schadet dieses Vorgehen meistens nicht. Durch das Ausschneiden wird ein Grossteil der Milben mit entfernt.

 

Pestizide

Durch die Intensivierung der Landwirtschaft, und die steigenden Erwartungen an die Bauern, greifen diese immer öfter zu giftigen Pestiziden um ihre Erträge zu sichern. Es ist heutzutage normal geworden, Gift auf unsere Lebensmittel zu sprühen, um die Ernte zu steigern. Doch die Natur ist nicht faul, sie schlägt auch zurück, vielleicht langsamer als durch die Menschenhand, aber dafür härter. Pestizide, die Bienen bei ihrer Arbeit beeinträchtigen, heissen Insektizide.

Nimmt beispielsweise einen Biene Nektar von einer bespritzen Rapsblüte auf, frisst sie selber immer einen kleinen Teil. Das eingenommene Gift verbreitet sich in ihrem Körper und lähmt sie. Sehr schlimm können die Folgen bei Neonicotinoiden sein, hier macht das Gift die Biene süchtig, fluguntauglich, lähmt sie und zerstört ihr Erinnerungsvermögen. Sie tötet die Biene ab. Wenn ganze Felder voller solcher Gift sind, geht es ganz schnell, und alle Bienenstöcke im Umkreis sind betroffen. Da keine Biene mehr zurückkehrt, hungern die restlichen still aus. Viele grosse Firmen  produzieren täglich Tonnen von diesem synthetischen Gift und verkaufen es zu hohen Preisen an die Landwirtschaft. Mit dem Kauf von konventionell angebauten Landwirtschaftsprodukten tragen wir mit, dass man unseren Planeten zerstört. Diese Firmen behaupten zwar, durch eigene Tests bewiesen zu haben, dass ihre Insektizide den Bienen nichts antun würden, das Gegenteil ist jedoch die Realität.